Unter "Vermischtes" finden sie in Zukunft Kurzberichte oder besondere Begebenheiten zur früheren Zeit unseres Ortes. Allerdings wollen wir auch über "Nennenswertes" aus unseren heutigen Tagen berichten, denn diese aktuellen Infos sind dann sicherlich für unsere Nachkommen in späteren Jahren die Dokumentationen aus früheren Zeiten. Sofern Sie in dieser Rubrik aus früherer oder aktueller Zeit etwas zu berichten wissen, würden wir uns über eine kurze Info sehr freuen.

Feuerwehr-Verpflegung-Telefon zum Kriegsende

Im Spätsommer 1945 trat der damalige Wehrführer, Leonard Wynands, an Josef Hermanns und an mich (Ulrich Förster) heran, um auf Anordnung der englischen Besatzungstruppen wieder eine freiwillige Feuerwehr aufzubauen. Wir beide waren zwar daran interessiert, aber dabei blieb es auch. Um diese Zeit saßen die meisten jungen Leute noch in Gefangenschaft, so dass es schwierig war, eine neue Wehr zu organisieren. Damals waren erst rund 30 deutsche Soldaten von den Alliierten entlassen worden. Hinzu kam auch noch die Tatsache, dass die Lebensmittelversorgung miserabel war und man andere Sorgen hatte, um Feuerwehrmann zu werden. Ich selbst bin noch im August 1945 mehrmals mit anderen nach Mechernich (ca. 40 km) mit dem Fahrrad gefahren, um dort Nahrungsmittel auf die vorhandenen Lebensmittelkarten zu kaufen. In Eicherscheid gab es nichts! und in dem Ort im damaligen Kreis Schleiden war man bei den Geschäftsleuten gar nicht gut angesehen, denn wir holten ja den Einheimischen noch das wenige weg, was sie noch hatten.

1946 wurde dann doch so langsam eine Wehr aufgebaut, die vom Wehrführer und von Rudolf Hoch sowie Theo Scheidt forciert wurden. Da Beide technisch interessiert waren, wollten sie natürlich auch eine Verbindung untereinander herstellen, um im Falle eines Falles die wenigen vorhandenen Männer schnell alarmieren zu können. Irgendwo hatten Beide noch Feldtelefone der Wehrmacht aufgetrieben; auf einmal besaßen alle Drei einen Fernsprecher, Amikabel wurde auch organisiert, so dass dadurch gegebenenfalls Kontakte unter den Dreien hergestellt werden konnte.

Die Bunker des Westwalls waren ja bekanntlich durch Erdkabel miteinander verbunden, so auch die Verbindung vom Bunker im Garten von Albert Niessen (Fronrather Weg) bis zum noch unzerstörten Nachrichtenbunker auf der Hauswiese von Leonie Stollenwerk (Kirchweg), so dass diese Leitung nach Überprüfung benutzt werden konnte. Die weiterhin benötigten Kabel wurden der Einfachheit halber über Hecken und Bäume gelegt. So kam damals wohl auf diese Art und Weise die erste feuerwehreigene Telefonleitung im Monschauer Land in der Nachkriegszeit zu Stande. Im Übrigen hatte Theo Scheidt eine kleine Handsirene auf seiner Werkstatt montiert.

Der oben genannte Bunker und der am Scheidweiher gelegene sind wohl die einzigen Befestigungen um Eicherscheid, die nicht von den Engländern gesprengt wurden und daher noch vorhanden sind. Ich wurde damals als Polizeibeamter von den Engländern aufgefordert, alle in und um Eicherscheid gelegenen Betonbauten und Erdbunker zu melden und habe einige davon einfach nicht angegeben.

                                                   09.10.2012 - Ulrich Förster

 

Das Weiße Kreuz

Das südlich von Eicherscheid Richtung Hammer stehende "Weiße Kreuz" hat eine lange und bewegte Tradition und ist für viele Wanderer eine gute Orientierung im schönen Rurtal zwischen der Ortschaft Hammer und Grünental mit Blick auf Widdau.

Das "Weiße Kreuz" wurde vom Eicherscheider Theaterverein "Condcordia" 1927 aus christlicher Überzeugung und Dankbarkeit gefertigt und aufgestellt. In den Jahren 1924-1927 wurde mit großem Erfolg vom Theaterverein das Heimattheaterstück "Wie´s Glöcklein kam" im Saale Förster (Martinsches) aufgeführt. Dieses Theaterstück erzählt aus der Zeit um 1400, wo die Einwohner des damaligen Ortes Fronrath (Vroenrot) - Nähe Am Gericht - aus kriegerischen Gründen ihre 7-Sachen packten und nach Eicherscheid (Eytscheit) umzogen. Getextet und gestaltet wurde dieses Stück von Johann Kaulard (d´r Isaak´s). Der Erfolg dieser Aufführungen war so großartig, dass man vom Erlöss dieses damalige Kreuz finanzieren konnte.

Das Kreuz wurde dann im letzten Weltkrieg beschädigt und im Jahre 1948 von der Schreinerei Ludwig Offermann repariert. Im Jahre 1959 war der Zustand des damaligen Kreuzes so schlecht, dass von der Schreinerei Alois Förster ein neues Kreuz hergerichtet wurde.

Im Jahre 1990 übernahm erfreulicherweise der Eifelverein - der Theaterverein war längst aufgelöst - die Patenschaft und restaurierte dieses aufgrund der Witterungseinflüsse wiederum schadhafte Kreuz. 1994 wurde vom Eifelverein auch der dichte Baum- und Strauchbestand um das Kreuz herum zurück geschnitten. Im Oktober 2000 musste der Querbalken des Kreuzes erneuert werden.

Leider ist das Kreuz zur Jahresende 2011/2012 aufgrund weit fortgeschrittener Fäulnis bei starkem Eifelsturm gebrochen. Schnell musste ein neues Kreuz her. Dieser tolle "Eifelblick" zum Rurtal ohne weißes Kreuz wäre für die Eicherscheider undenkbar und hätte auch nicht dem Vermächtnis unserer Vorfahren entsprochen.

Auf Vermittlung von Kurt Förster war erfreulicherweise sehr schnell ein Sponsor gefunden, und zwar die Firma Mobau Thelen, Simmerath mit der Unternehmerfamilie Sarah und Dietmar Thelen. Die Holzarbeiten übernahm die Schreinerei Manfred Förster; die Stahlarbeiten für Kipp-Sockel und VA-Abdeckungen wurden von Küpper Agrar, Rolf Küpper, ausgeführt. Aufgestellt wurde das neue Kreuz im Team von den beteiligten Firmen mit einigen weiteren Helfern am 10.09.2012. Die Patenschaft und Pflege dieses für Eicherscheid sehr symbolträchtigen Kreuzes übernimmt weiterhin der Eifelverein.

Die offizielle Einweihung durch Pfarrer Stoffels im Beisein von stellv. Bürgermeister Goffart, Ortsvorsteher G. Scheidt, Sponsor S. und D. Thelen, Handwerkern und Helfern, Ortskartell und Vertretern der Vereine erfolgte am Mittwoch, den 03.10.2012, vor Ort am Weißen Kreuz.

Dank gilt Pfarrer Stoffels, dem Sponsor Mobau Thelen, dem Koordinator Kurt Förster, den Handwerkern und Helfern sowie dem Eifelverein für ihr Engagement.

                                                                           Ludwig Siebertz - Oktober 2012 

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Kirchenchor stellt Aktivitäten ein

Traurig aber wahr! Der Eicherscheider Kirchenchor stellt nach über 150 Jahren seine Aktivitäten ein. Der Kirchenchor wurde schon 1845 gegründet und hat über diese lange Zeit wesentlich zum Gelingen kirchlicher und weltlicher Veranstaltungen beigetragen. Der Kirchenchor war zu festlichen Anlässen in der Kirche nicht wegzudenken. Auch hat er bei vielen Konzerten und Ehrungen am Kriegerdenkmal erfolgreich mitgewirkt.

Leider fehlten zwischenzeitlich ausreichend Akteure, so dass die Auflösung unausweichlich war. Damit geht ein gutes Stück Eicherscheider Geschichte zu Ende. Schade!!! Bleibt zu hoffen, dass über die Zeit sich vielleicht doch noch mal wieder ausreichend Gesangsfreunde für den einen oder anderen Auftritt zusammen finden.

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              18.08.2012 - L. Siebertz 

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