1900 - 1949
1900
- Gerhard Pier pflanzt die Linde hinter dem Kapellchen (Matthäus-Kap.) am Anfang des heutigen Kirchweges.
- Eicherscheid zählt 723 Einwohner.
- Die Spinnerei Grünental stellt ihren Betrieb ein.
1902
- Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. 1. Wehrführer: Johann Matthias Förster
- Der Bienenzuchtverein zählt 18 Mitglieder.
1904
- Carolus Stelkens wird Pfarrer in Eicherscheid
- 16.05. Gerhard Kaulard legt vor der Handwerkskammer Aachen die Meisterprüfung im Uhrmacherhandwerk ab. Er war der erste Handwerksmeister im Ort. Ursprung der „Kaulard-Dynastie“ ist das jetzige Haus, Kalmerich Nr. 25 (Anna Kaulard).
1906
- Umzug der Verbraucher-Genossenschaft in eigene Räumlichkeiten (heutiger Standort Nahkauf)
- Erste Überlegungen zum Neubau einer Kirche. Das alte "Kirchlein" war baufällig.
1907
- 05.02.- M. Kaulard eröffnet ein Filialgeschäft in Monschau für Uhren, Schmuck etc. unter dem Namen „Kaulard & Söhne“
1908
- Gründung des Musikvereins Eicherscheid (Jetzt „Eifelklänge“); Anfänge des Musikvereins 1853
1909
- Anschaffung einer neuen Fahne für den Kirchenchor
1910
1911
- 02.01.- Inbetriebnahme der Molkerei Eicherscheid
- 126 Eicherscheider Bauern treten aus der Molkerei-Genossenschaft Imgenbroich aus
1912
- 18.06.- Einweihung der Dreilägerbachtalsperre (Baubeginn 10.08.1909)
- Josephus Loogen wird Parrer in Eicherscheid.
- Der in Eicherscheid geb. Priester, Hubert Offermann, wird in Eicherscheid begraben (alter Friedhof) - Tätig in Leeds/England
- Weitere Kultivierung von Vennödland und Bau von Kolonaten (Bauernhöfe)
- Viele Konflikte in Europa und daher auch unsichere Zeiten im Ort.
- Kaiser Wilhelm zu Besuch in Elsenborn (vermutlich auf dem Truppenübunsplatz / große Abordnung von Eicherscheid in Elsenborn)
1913
- Neuer Wehrführer wird Leonhard Kaulard
1914
- Bau der 4 Viehtränken um Eicherscheid.
- Ausbruch 1. Weltkrieg: 40 Eicherscheider werden an den ersten Mobilmachungstagen eingezogen.
1915
- 2 Soldaten und weitere 3 Eicherscheider sind bisher im 1. Weltkrieg gefallen bzw gestorben.
- Poststelle zieht bei Karl Hoch („Poste“-Jetzt Am Weiher 1) ein.
1918
- Ende des 1. Weltkrieges: Schlimme Zahlen: 26 tote Soldaten aus Eicherscheid und 9 Tote aus Hammer!!!
- Durch kaiserlichen Erlass wird der Name Montjoie in Monschau geändert.
1919
- Anfänge des Fußballsports in Eicherscheid unter dem Vereinsnamen „Neutralia“ und später um 1922 unter dem Namen „Eintracht“.
- Frau Kaufmann wird Lehrerin in Eicherscheid
1921
- Gustav Vaassen wird Pfarrer in Eicherscheid;
- Großer Vennbrand; Die Gemeinde Eicherscheid verliert 55 ha Wald.
- 18.11.- Zum erstenmal brennt elektrisches Licht in Eicherscheid. Für viele im Ort wie ein "Wunder"!
1922
- Eicherscheid wird, wie auch viele ander Orte des Monschauer Landes, offiziell an das Stromnetz angeschlossen.
- Neuer Wehrführer wird Matthias Scheidt.
- Anna Winkold kommt als Hebamme nach Eicherscheid; von der Gemeinde erwarb sie das jetzige Grundstück, die ehemalige Eicherscheider Baumschule - "D'r Dennejaart"; sie war 49 J. im Ort tätig!
- 23.07. Kirchenglocken werden eingeweiht, "nachdem den Eicherscheidern der raue mitleidlose Krieg die alten vertrauten Glocken geraubt hatte".
1924
- Gründung des Trommler und Pfeiferkorps Eicherscheid;
- Kirche Eicherscheid wird wegen Baufälligkeit polizeilich vorübergehend geschlossen; wo ist der auf Fotos zu erkennende wunderschöne Hochaltar verblieben?? Wer kann hierzu was berichten?? Der Gottesdienst findet nunmehr vorübergehend im Saale Kaulard (später Förster) statt.
Nach einem Entschluss werden unter der Regie des Kreisbaumeisters Weber aus Monschau in der alten Kirche Stützen eingebaut (statt des Baues einer Notkirche).
1925
- Gründung der Ortsfeuerversicherung.
- 14.11.- Vor-Aufführung des Theaterstückes von Johann Kaulard („Isaaks“): „Herzogin Maria von Jülich, die Burgfrau von Montjoie und der Bannmüller aus dem Belgenbach“
- 11.11.- Erster Sankt Martins-Zug in Eicherscheid.
- Nach erheblichen Schwierigkeiten während und nach dem 1. Weltkrieg wurde die „Handelsvereinigung“ in „Konsum-Genossenschaft Eintracht“, Eicherscheid umgewandelt.
- Bartholomäus Bosch aus Bardenberg wird Lehrer in Eicherscheid.
1926
- Die Belgenbacher Mühle stellt ihren Mahlbetrieb ein; das Sägewerk wird nach Eicherscheid verlagert. (R. Kaulard („Möllesch“), Breitestraße)
- Das „Weiße Kreuz“ wird vom Theaterverein auf dem Weg nach Hammer „Op er Kromm“ errichtet aus dem Erlös der Theateraufführung „Wie´s Glöcklein kam“ von Johann Kaulard.
- Die Straße Imgenbroich – Simmerath erhält erstmalig eine Teerdecke.
- Anna Lauer wird Lehrerin in Eicherscheid.
- Gründung der Bullenhaltungsgenossenschaft
1927
- Gründung des Sportvereins „Germania“; es wurde noch kein offizieller Vorstand gewählt
- 25-jähriges Feuerwehrjubiläum
1928
- April- Gemeinderat beschließt Schulneubau; Gebäude: heutiger Kindergarten.
1929
- Sept.- DJK-Verbandssportfest in Eicherscheid
- 25.11.- Einweihung der Volksschule; heutiger Kindergarten (Baukosten RM 77.568,44)
- Gründung der Eierverwertungsgenossenschaft
- Hermann Althoff wird Lehrer in Eicherscheid und gleichzeitig 1. Vors. des Sportvereins
1930
- Mathias Berg wird Pfarrer in Eicherscheid.
- Eicherscheid wird Fußballmeister der B-Klasse.
1931
- Die Planungen für den Bau einer neuen Kirche werden konkreter.
- Pastor Berg errichtet mit den Jungen aus Eicherscheid in der alten Schule (heute Sparkasse) ein Jugendheim ; dieses Jugendheim wurde von den Nazis später enteignet.
- 03.01.- Die „Volksspielvereinigung Eicherscheid“ lädt zum Heimatabend in den Saal Mathias Förster („Martinches“) ein mit den Aufführungen „Wunderrosen der hl. Elisabeth“ und „Das Kreuz im Venn“; Eintritt 50 Pfg.
- 14.06.- Einweihung des Kriegerdenkmals als Mahnung und Gedenken an die Toten des 1. Weltkrieges.

- 29.06.- Johann Kaulard („Isaaks“)/Zentrum wird Gemeindevorsteher
- Eicherscheid hat 684 Einwohner; Hammer hat 125 Einwohner.
1932
- Eicherscheid wird Fußballmeister der A-Klasse
- Belgenbacher Mühle wird Ferienheim der kath. Jugend St. Peter Aachen.
- Viele Eicherscheider arbeiten als „Moorbrüder“ im Venn (im „Ellebruch“ gegenüber dem heutigen Schweizer Hof)
- 11.09.- Erster feierlicher Spatenstich zum Neubau der Pfarrkirche.

- 04.12.- 2/3 (hinterer Giebel, Seitenwände, Dachkonstruktion incl. Pappe) der neuen Pfarrkirche sind fertig gestellt.
1933
- 09.04.- Einsegnung der bis dahin fertig gestellten Kirchenbereiches (2/3) durch Dechant Offermann aus Simmerath.
- 10.04.- Beginn des Abbruches der alten Kirche


- Verlegung des Friedhofes (alter Friedhof ist die jetzige Grünanlage vor der Kirche; neuer Friedhof ist der heutige Friedhof)
- 21.05.- Verspätete offizielle Grundsteinlegung mit Hinterlegung der dazugehörigen Urkunde.
- 25.06.- Kirmessonntag->Fertigstellung und in Betriebnahme der jetzigen kompletten Pfarrkirche unter der Regie von Parrer Berg; der bisherige Spitz-Turm von 1777 des alten "Kirchleins" wird integriert.
-
- 24.09.- Bischof Dr. Josef Vogt aus Aachen nimmt die feierliche Konsekration der neuen Kirche vor.
- Franz Kaulard wird 1. Vorsitzender der Germania.
1934
- In der alten Schule wird eine dritte Schulklasse mit 4. u. 5. Schuljahr eingerichtet - Lehrer Johnen, später Lehrer Coenen und Kolvenbach.
- Bau der Kapelle an der Belgenbacher Mühle durch Pastor Josef Bayer.
- Bau Eicherscheider Kapellchen (Welche?) mit den Bruchsteinen aus dem Abbruch der alten Kirche.
- Gründung der freiwilligen Feuerwehr Hammer
- Gründung der Viehverwertungsgenossenschaft, Konzen.
- Bäckerei Schröder brennt völlig ab
1935
- 22.09.- Josef Jansen wird als neuer Pfarrer in Eicherscheid eingeführt.
1936
- 06.03.- Gründung des Amtes Imgenbroich mit den Gemeinden Mützenich, Imgenbroich, Konzen und Eicherscheid mit Hammer. Gleichzeitig Auflösung der Bürgermeisterei Eicherscheid.
- Gerhard Kaulard (Henderes Mathes)/NSDAP wird 1. Bürgermeister (bis 1944).
- Eicherscheid zählt ca. 750 Einwohner und ca. 150 Häuser. 173 Kinder besuchen die Schule (3 Lehrkräfte)
- Leonhard Wynands wird Wehrführer der freiwilligen Feuerwehr
- Beginn des Baues der Dorfwasserleitung.
- Kaum bzw. keine Arbeitslose in Eicherscheid-> Grund: Beschäftigung an der Kalltalsperre, Schwammenauel und Vogelsang.
1937
- Jakob Kolvenbach wird Lehrer an der Eicherscheider Schule.
- Beginn des Ausbaues der Straße nach Hammer (u.a. „D´r Hohlweg“) durch Fa Eultgen.
1938
- Einrichtung eines Kindergartens gegenüber der Kirche im Haus L. Kaufmann (aktiv bis 1944 zur Evakuierung)
-
Bau des Westwalls mit vielen Eicherscheider Helfern; viele Westwallarbeiter wohnten in Eicherscheid. - Anschaffung der neuen Kirchenorgel.
- Nachrichtenbunker (Holzbach) und U-förmige Unterstände aus Holz werden „Am Scheid“ und „Brommich“ ca. 15 m tief in den Berg gebaut. “
- Nov.- Das Nazi-Regime hinterlässt die ersten Spuren: Die Gaststätte der jüdischen Familie Leo Kaufmann wird in der Reichskristallnacht (09/10.11.) mit Hakenkreuzen beschmiert. Die Fam. Kaufmann war vermutlich die einzigste jüdische Familie im damaligen Kreis Monschau. L. Kaufmann wird 1938 für 6 Wochen verhaftet. Er verließ später Eicherscheid auf schnellstem Weg und ist nach Brüssel geflohen.
- 1. Heimbach-Prozession
1939
- August– Grenzschutz-Alarmierung wegen drohender Kriegsgefahr.
- Beginn des 2. Weltkrieges.
- 3400 Arbeiter (auch Eicherscheider) sind beim Westwallbau eingesetzt-Ausführende Baufirma Derichs & Konertz.
- Bau der Rurtalstraße Grünental-Hammer-Dedenborn.
1940
- 17.08. – Schulunterricht fällt wegen englischer Luftangriffe über ca. 4 Wo. aus wird aber dann wieder aufgenommen bis zur Evakuierung 1944.
1942
- 05.01.- 3 Kirchenglocken werden abmontiert und für Rüstungszwecke eingeschmolzen.
- 30.04.- Verfügung des Hitlerregims zur Auflösung der „Verbraucher-Genossenschaft“ und Überführung in den „Versorgungsring Würselen“. Die Anteile der Genossen wurden noch ausbezahlt; das Restvermögen wurde entschädigungslos enteignet.
1943
- 17.03.- Schweizer Hof brennt ab.
- Dez.- 126 Männer von Eicherscheid und Hammer sind zum Kriegsdienst eingezogen.
- Der Fußballbetrieb des Sportvereins muss eingestellt werden.
1944
- Sept.- , Sprengung des oberen Kirchturms durch deutsche Soldaten.
- Aug.- Josef Förster wird als kommissarischer Bürgermeister eingesetzt.
- 12.09.- Die ersten Granaten schlagen ein.
- Die amerk. Soldaten nehmen Roetgen ein.
- Sept.- Deutsche Pioniere sprengen aus kriegs-strategischen Gründen die obere Kirchturmkonstruktion.
- Okt.- Evakuierung der Bevölkerung (viele Einwohner ziehen Richtung Bonn/Rhein: ->Rheinbach, Merl, Flerzheim, Altendorf, Erzdorf, Ollheim, Sinzenich, Hoven u.a.).
1945
- 30.01.- Die Amerikaner erreichen Eicherscheid und vertreiben in der Umgebung die letzten deutschen Soldaten. In der Kirche errichten sie ein Frontkino.
- Anf. April - Die ersten Eicherscheider kehren aus der Evakuierung zurück.
- 08.05.- Offizielles Kriegsende.
- Ergebnis des Krieges: 57. Vermißte oder gefallene Soldaten aus Eicherscheid und 15 aus Hammer; 12 Ziviltote in Eicherscheid; Zerstörungsgrad: 26 Häuser verbrannt; 16 Häuser völlig zerstört; Rest zu 50 % zerstört und unbewohnbar.
- 25.05. Gerhard Kaulard wird 1. Bürgermeister;
- 21.06.- Nachfolger als Bürgermeister wird Heinrich Küpper (gen. „Hari“); von der englischen Besatzung eingesetzt.
- Aug.– ca. 600 Einwohner leben wieder in dem völlig zerstörten Eicherscheid.
- Erster Kirmesball bei „Bien“ (jetzt Huppertz, Kirchweg); Musik von Oswald Küpper und Benno Küpper.
- September – Lehrerin Lauer startet wieder mit dem Unterricht.
- 1. Heimbachwallfahrt nach dem Kriege als Gelöbnis für die Heimkehr aus dem 2. Weltkrieg.
- Ein Theaterverein „Lachende Herzen“ wird wieder gegründet.
- Die später über den Ort hinaus bekannte Tanzkapelle „Ruck-Zuck“ formiert sich (Theo Heiler, Oswald Küpper, Jakob Jansen, Robert Kaulard , Rudolf Frings/Hammer und Otto Förster.)
- Gründung des Kirmesgeloogs mit der Aufgabe zur Herrichtung des im Krieg zerstörten Tanzsaales Förster.
- Viele Soldaten kommen im Laufe des Jahre aus Kriegsgefangenschaft zurück, viele kommen leider aber erst in den nächsten Jahren zurück.
1945/46
- Inbetriebnahme eines Sägewerkes durch Karl Heck „Am Hövel“ (heute: „Zum Belgenbach“) für das notwendige Holz für Dachstühle und Fachwerk beim Wiederaufbau der zerstörten Häuser. Die Kreissäge und der Stromgenerator wurden mit einer holzbefeuerten Dampfmaschine angetrieben. Diese Maschine wurde vorher auf dem „flachen Land“ zum Ziehen der Ackerpflüge eingesetzt. Herkunft der Maschine unbekannt. Die Maschine wurde später an Fa. Leyens, Kalterherberg, verkauft. Leyens hat dann später die Maschine in den Kongo verkauft.
1946
- Vereinzelte Versuche zur Rückkehr in ein halbwegs normales Leben nach dem Kriege
- 01.04.- Der Sportverein wird wieder aktiv. Vordergründigste Aufgabe: Suche eines geeigneten Sportplatzes; Standort: „Auf dem Knippchen“ (heute „Im Fingert“). Robert Förster 1. Vorsitzender (bis 1961)
- 01.06.- Amt Imgenbroich nimmt Verwaltungstätigkeit wieder auf.
- 15.09.- 1. Fußballspiel nach dem Kriege.
- 1946/47 sehr strenger Winter mit viel Schnee.
1947
- Weißer Sonntag-> 1. Öffentlicher Auftritt des Musikvereins nach dem Kriege.
- Kirmeszug in Eicherscheid trotz völlig zerstörtem Ort.
1948
- Währungsreform in Deutschland: Jeder Bundesbürger erhält DM 40,-
- Nikolaus Pohen wird Pfarrer in Eicherscheid.
- Erster gewählter Bürgermeister von Eicherscheid wird Albert Nießen/CDU; (oder 1946??)
- Ende 1948 wurden die ersten Waren im wieder eröffneten Konsum in 2 Zimmern im Hause von Heinrich Kaulard, jetzt Eicherscheid Nr. 17 (Uhrmächech) verkauft.
- Gründung des Landfrauen-Vereins.
1949
- Von insgesamt 91 gefangenen Soldaten kehren 7 Gefangene (Richard Hoch, Wilhelm Neuß, Alois Jansen, Emil Claßen, Josef Knein, Heinrich Löhrer und Robert Kaulard) erst im Laufe des Jahres (3 davon erst im Okt. bzw. Nov.) in ihre Heimat zurück. Weitere Soldaten werden immer noch vermißt.
- Lehrer Stollenwerk wird Lehrer an der Eicherscheider Schule mit vielerlei Aktivitäten (Werken an Treibbeeten und Musikinstrumenten, Theater, Sport uvm.)
- Sept.- Die Eicherscheider Vereine werden wieder aktiv, u.a. Trommler und Pfeiferkorps etc.
- Dez.- Neueröffnung des Konsums
- 1. Motorrad-Straßenrennen in Eicherscheid; Start an der Kirche.


